Freitag, 3. November 2017

Tiefenentspannt nach 9 Stunden Schlaf

Ich sitze seit 1 1/2h rum. 
Einfach so. 
Man muss ja mal runterkommen. 
Mit Buch, Kaffee, Stift. 
Okay, Smartphone (E-Mail, ihr versteht). 
Notizbuch. Das ist besser
als das cloud-Zeug.
Mal ein paar vokabeln checken. 
die paukerei  soll ja nicht umsonst sein. 
Vorher noch die paar gläser wegstellen
von gestern abend.
Sieht ja furchtbar aus. 
Im bürobläuft alles gut
hab doch mal kurz angerufen
und ein paar WhatsApp’s gewechselt 
mit dem schulkind.

Mich ausruhen: kann ich. 

Donnerstag, 2. November 2017

Bergarbeiter

So müde
dass kein schlaf kommt
sondern nur taumelige narkose
und morgen kopfschmerz von der ganz fiesen sorte
die vom nacken
die halbverdaute pizza
zerlegt sich in fürze
und krämpfe
darüber eine note
von billigem wein
Ich sage mal so:
der schreibtisch
ist auch nur
ein bergwerk.

Kaffee

Stundenlang rumgefahren
wie schön es hier ist
Kaffee kuchen sahne
und reden reden reden
dreimal pinkeln gehn
der bauch gluckert
die schulter verspannt
Zuviel hastig geraucht
ordentlich darf man ja nicht
Frauen schlendern vorbei
Mit shoppinggesichtern
auf den stuhl hat eine taube gekackt
die bedienung trägt schürze
der erste schluck ist bitter


radio

Aus der Luft
verwandelte Ströme
auch wenn ich weiß, wie
ein wunder 
radio

Circulus, Ebenen, Wahnsinn

Was spricht gegen die liebe?
Das leben.
Was spricht gegen das leben?
Der tod
Was spricht gegen den tod?
Die liebe.

(Ich liege Zimmer 4, Station 5.
 Der arzt sagt,
es gäbe gute chancen,
wieder normal zu werden.
Mein schrecken ist gewaltig
angesichts dieser aussicht.
Habe ich doch hart
an meinem wahn gearbeitet
dass die Leute liebe
stärker ist
als der tod.
[keine sorge.
Hier spricht das lyrische ich.
Dem dichter gehts gut.]

Mittwoch, 1. November 2017

tag

Den ganzen tag gearbeitet
also rumgesessen, geredet, geschrieben.
meeting für morgen
den hintern zu spät aus dem bett gekriegt
wenn ich so weiter mache
schlafe ich bald mehr als alles andere
und essen machen, kochen nenne ich es mal lieber nicht.
den ganzen tag
irgendwie rumgelebt.
und jetzt so müde ins bett.
Mein gute-nacht-schiss entfällt
verstopft wie Luther
aber nicht wegen zweifeln
eher wegen diät.
darum wird mir der römerbrief auch nicht helfen,
das klappt nur einmal
na gut
bleibt mehr zeit
fürs gebet.
(wer jetzt pikiert ist,
hat nichts verstanden. )

Fleischwerdung

Die wörter verkeilen sich am ausgang.
ein tödliches gedrängel vor dem papier.
Die hände verkrampfen:
alles bleibt weiß.
Die wortwerdung des gedankens: wenn er fleisch wird
ahnen wir 
am schreibtisch
wie groß es ist:
das wunder der weihnacht.