Er kam.
Er ging.
Er ging hin.
Er kam um hinzugehen zu denen,
von denen alle weggehen.
Er ging.
Er ging weg,
wohin alle gehen
und bleiben.
Er kam.
Er kam wieder,
Von wo gewöhnlich keiner wiederkommt.
Er kam zurück.
Er kam zurück zu denen, die von ihm gegangen sind.
Er blieb nicht.
Er ging.
Er ging zurück dahin woher
vor ihm noch niemand kam.
Er ging zu dem, von dem alles Kommen kommt.
Aus der Höhe in die Tiefe in den Abgrund
aus dem Abgrund
auf die Tiefe in die Höhe,
hohe Tiefe, tiefe Höhe
Abgrund am Abgrund
Fern/nah/ferner/näher/ganz fern/noch näher/weg,
ein gebet weit weg.
Wir warten.
Wir warten,dass er kommt, wie er schon einmal kam,
als er zu denen ging, zu denen niemand ging
und zu denen ging, die von ihm gingen
und kam von dort,
wohin alle gehen
und bleiben.
Wir warten, dass er kommt,
wie er kam
ohne gehen.
Wir warten auf bleiben.
Bleiben ohne warten auf kommen ohne gehen.
Wir bleiben im warten
bis er kommt
und bleibt.
Bleibt die Frage
warum er nicht blieb.
Sonntag, 15. Dezember 2019
Samstag, 7. Dezember 2019
Die Moderne, morgens um sechs nach Zeitungslektüre vom Bett aus betrachtet
Nichts als geschwätz
über geschwätz
über das nichts
das schwätzende nichts
und das nichtige geschwätz
schwätz nichts als nichts
das nichts dichtet
wahrheit
ich sitze hier
in pyjama: die nacht
nichtet und macht unwesentlich
frei
über geschwätz
über das nichts
das schwätzende nichts
und das nichtige geschwätz
schwätz nichts als nichts
das nichts dichtet
wahrheit
ich sitze hier
in pyjama: die nacht
nichtet und macht unwesentlich
frei
Freitag, 6. Dezember 2019
Nikolaus
Am strand
des vielgeliebten mittelmeeres
türkisch heute: demre
(„was sind die menschen dort nett
alles sehr sauber und billig“)
steht er
ganz ohne gürtel und rute
unfroh und unmunter zornig
ein meer sieht er: voll leichen
heut gibts nichts geschenkt
noch einmal hinaus auf see
in richtung des wüsten carthago
diesmal nicht kornklau:
menschenfischen
(keine metapher: gepeinigtes fleisch)
guter mann
und der kaiser war ihm auch
herzlich egal
er hatte ja den
zweinaturigen christus
in huren, kindern und bettlern
(keine metapher: verachtetes fleisch)
Lustig lustig trallalala
bald ist nikolausabend da
und ihr müsst nicht ersaufen.
des vielgeliebten mittelmeeres
türkisch heute: demre
(„was sind die menschen dort nett
alles sehr sauber und billig“)
steht er
ganz ohne gürtel und rute
unfroh und unmunter zornig
ein meer sieht er: voll leichen
heut gibts nichts geschenkt
noch einmal hinaus auf see
in richtung des wüsten carthago
diesmal nicht kornklau:
menschenfischen
(keine metapher: gepeinigtes fleisch)
guter mann
und der kaiser war ihm auch
herzlich egal
er hatte ja den
zweinaturigen christus
in huren, kindern und bettlern
(keine metapher: verachtetes fleisch)
Lustig lustig trallalala
bald ist nikolausabend da
und ihr müsst nicht ersaufen.
Mittwoch, 27. November 2019
Montag, 18. November 2019
Herbst ein poem dessen Überschrift länger ist als der Text
Blätterascheln
draußen und
im bett
der herbst
draußen und
im bett
der herbst
Samstag, 16. November 2019
Larmoyante Lyrik schlachtet den Morgengrummel als großes Gefühl aus, Epos
Draußen so dunkel wie drinnen
im magen rumpelt das begehren nach Frühstück
Der warme pfürzepfühl nagelt dich fest
zipperlein machen es auch nicht leichter
paris soll im frühling sehr schön sein
hiob sitzt vor dir
(sonntag ist predigt und
upps, das ist ja schon morgen)
niemand bringt kaffee ans bett
und draußen ist regen
es ist schon ein
elend
im magen rumpelt das begehren nach Frühstück
Der warme pfürzepfühl nagelt dich fest
zipperlein machen es auch nicht leichter
paris soll im frühling sehr schön sein
hiob sitzt vor dir
(sonntag ist predigt und
upps, das ist ja schon morgen)
niemand bringt kaffee ans bett
und draußen ist regen
es ist schon ein
elend
Montag, 11. November 2019
Martinslied
Ich gehe mit meiner Laterne
Mein Vater mit Würstchen und Bier
Da oben da leuchten die Sterne
Hier unten verdunkeln nur wir
Die Welt am Arsch
Sankt Martinsmarsch
Rabimmel rabammel
Kawumm
Ich gehe mit meiner Latrine
Und stampfe durch stinkenden Müll
Abdul zerfetzt eine Mine
Der Regenwald stirbt mit Gebrüll
Die Welt am Arsch
Sankt Martinsmarsch
Rabimmel rabammel
Kawumm
Ich gehe mit meiner Ralterne
und weiß nicht mal, was das wohl ist.
Die Dichter, die reimen so gerne
und wär es auch völliger Mist
Die Welt am Arsch
Sankt Martinsmarsch
Rabimmel rabammel
Kawumm