Mittwoch, 21. Februar 2018

Poesie

Den dünnen güldenen faden
der die wörter fädelt
   und netzt
     dass sie nicht in kerne zerfallen
         wortmoleküle zerstrümmert
             in buchstabensuppe
nenne ich poesie:
gemächt.

Reiz

Was ein schöner hintern
(schon geht die stirn in falten:
wird er jetzt alt und schmuddelig?)
so mit mir macht
(und niemand weiß ja,
was mir ein schöner hintern ist,
auch wenn du jetzt einen vor dir siehst)
wird immer mein geheimnis bleiben
und nun säss ich gerne
wieder mal
in deinem kopf.

Verschwörung

Nie gesehenes
nie gehörtes
tiefe blicke ins nie gewußte
bis auf den brunnenboden der angst
schenke ich dir
ein netz
aus wichtigkeiten
und fingerzeigen
eingewebt wirst du
und geweiht und gewürdigt
der wahrheit
jenseits der lügen
alles verstehst du
und alles wird zeichen
der großen vernichtung
glaub mir
und ich werde dich retten
allein der glaube
zeugt wahrhafte kunde:
es gibt keinen gott
und überall waltet
der menschliche geist
der übles sinnt
und du bist
ab jetzt
klüger als alle.

Dienstag, 20. Februar 2018

Kampflied

Niemand wird hier aufgeknüpft
es gibt auch keine rüber runter
ob mit glatze oder ohne.
niemand wird verfemt.

Niemand wird kaputtgemacht
nur weil er selber gern zerstört
und  keiner wird gehaßt
nur weil sie selber hassen.

         Das recht soll fließen
         und strömen soll es,
         soll regieren,
         und nicht herrschen,
         niemand herrscht hier
         nur die freiheit. 
         niemals soll ihr mund verstummen.

Wer eine fratze zeigt,
soll nicht in fratzen schauen
sondern in das klare licht
kristallener vernunft,
die niemals ohne liebe ist,
sie zeigt uns ein gesicht.
Liebe heißt nicht müde sein,
sondern tapfer streiten.

        Drum wachsam sein!
        Die töne hören
        und dem echo lauschen:
        Dummheit zündet häuser an,
        verblendung schmeisst mit steinen,
        und wer nicht weiß, was sie vermögen,
        nutzt die finger nur zum zeigen,
        und wer nicht weiß, wozu sie taugt,
        nutz die zunge nur zum lügen.



Fallt ihnen in das wort
seid nüchtern und genau
und auf der hut
vor ihren fäusten.
Du wirst ein kaltes herrz
nicht mit warmen worten lösen,
jedoch mit klarem blick
und immer deutlich hartem Nein!


Es steht viel auf dem spiel,
doch andres, als sie meinen.
der ast, auf dem sie selber sitzen,
darf nicht zu grunde gehen,
nehmt ihnen bloß die säge aus der hand,
wenn sie unsägliches behaupten.

          Des feindes feind ist nicht mein freund
          nur weil er feinde hat
          doch reicht es schon, ein feind zu sein,
          um alles zu bedrohen.
          wer feinde hat,
          ist selbst ein feind
          da hat der krieg schon halb gewonnen
          und jedes herz vergiftet.



Wir dürfen nicht zu denen werden,
zu denen sie uns machen wollen,
zu denen, die sie selber sind.

Montag, 19. Februar 2018

Stolz und Gnade

Mein täglicher hymnus
so stolz, auf nichts
stolz sein zu müssen
das ist doch
Freiheit
und in tagen wie diesen
den tagen des wieder
grölenden stolzes
unverdientes geschenk.


Erbgut

Am Tag
einer großen Bewunderten
werde ich mal lieber nicht
peinlich.

passionschoral

Wer nur den lieben gott
wird wunderbar erkalten
an händen geführt
versenkt ins liebesmeer
voll blut und wunden
bar der wunder
aufsteigenden nebels
freude in dir
stirbt wohl
fünf wunden
walten