Im radio läuft Vivaldi.
So kann ein tag beginnen
mit nichts als wiederholung
das immerselbe wie verschluckte kotze
kein vorwärts
kreisen auf dem punkt
schlimmstmögliche ewigkeit
die nur ein gott ertrüge
ich aber
hellwach dank aspirin
sterbe
(leider nicht. Liege im klebrigen puddingbad
des selbstmitleides)
jetzt spielen sie Haydn
den alten witzbold.
Lasst gut sein.
Ein paar nasentropfen helfen auch hier.
die frage lautet nicht
was sie gerade spielen
sondern was als nächstes
existentielle nörgelbereitschaft
Kaffee wäre gut
aber dafür müsste ich den pfühl verlassen.
ich wette es gibt noch Brahms.
So ein schnupfen
Ist doch eher
was seelisches
oder?
Freitag, 15. Dezember 2017
Mittwoch, 13. Dezember 2017
Frieden
Das kriegsbeil ist begraben
und vergiftet nun die erde
drachensaat mit verzögerungszünder
die waffen schweigen
drohend
die gefangenen kehren heim
voller wut
das brot wird teuer
und das wasser schmeckt
nach leiche
der schuldige ist gefunden
alles ist gut
die wahrheit liegt noch länger
im lazarett
das, was nicht gewesen sein soll
ist der anfang
von dem
was wieder sein wird.
der krieg ist der vater
aller kriege
mutterlos.
und vergiftet nun die erde
drachensaat mit verzögerungszünder
die waffen schweigen
drohend
die gefangenen kehren heim
voller wut
das brot wird teuer
und das wasser schmeckt
nach leiche
der schuldige ist gefunden
alles ist gut
die wahrheit liegt noch länger
im lazarett
das, was nicht gewesen sein soll
ist der anfang
von dem
was wieder sein wird.
der krieg ist der vater
aller kriege
mutterlos.
Dienstag, 12. Dezember 2017
Vanitas xx. saec.
Keine hohläugigen schädel
drapiert auf edelem sammet.
Und auch nicht tropfend verlöschende kerzen
vom docht aufsteigend ein seelenquälmchen.
Kein erdgefallenes weizenkorn
keine vielsagenden Sensen.
Stattdessen
Kinderblicke und eiserne dolche
leere schüsseln des mangels
wasser am münzautomaten.
Kein leuchtender Horizont
der das verwesend gewesene aufhebt
namenlose erde vielmehr
die das verreckte verschluckt
selbst die vergänglichkeit
hat der vergängliche
mit gier besudelt.
Niemand mischt farben
es findet sich kein fröhlicher
schwindel der dichter
das letzte jahrhundert
war wohl wirklich
das letzte.
drapiert auf edelem sammet.
Und auch nicht tropfend verlöschende kerzen
vom docht aufsteigend ein seelenquälmchen.
Kein erdgefallenes weizenkorn
keine vielsagenden Sensen.
Stattdessen
Kinderblicke und eiserne dolche
leere schüsseln des mangels
wasser am münzautomaten.
Kein leuchtender Horizont
der das verwesend gewesene aufhebt
namenlose erde vielmehr
die das verreckte verschluckt
selbst die vergänglichkeit
hat der vergängliche
mit gier besudelt.
Niemand mischt farben
es findet sich kein fröhlicher
schwindel der dichter
das letzte jahrhundert
war wohl wirklich
das letzte.
Montag, 11. Dezember 2017
Augenpippi
Die Seele wäscht sich aus
mit dem harn der augen
den tränen.
Doch anders als der nie versiegende strom
aus den geschäftigen nieren
scheint dieser born
einen boden zu haben.
es bleiben
brennende augen
und trockene trauer
die zu wer weiß was
verklumpt.
mit dem harn der augen
den tränen.
Doch anders als der nie versiegende strom
aus den geschäftigen nieren
scheint dieser born
einen boden zu haben.
es bleiben
brennende augen
und trockene trauer
die zu wer weiß was
verklumpt.
Sonntag, 10. Dezember 2017
Archivordnen
Gleißende Sonne
beleuchtet flirrenden Staub
Abendaktenfriedensglück
Sinkende Sonne
langdunkle Schatten wirft
der papierene Berg
In der kommenden Nacht
funkeln leer metallig
die Ordnerklemmen
Chaos am Ende.
beleuchtet flirrenden Staub
Abendaktenfriedensglück
Sinkende Sonne
langdunkle Schatten wirft
der papierene Berg
In der kommenden Nacht
funkeln leer metallig
die Ordnerklemmen
Chaos am Ende.
Morgenlob
Morgengrau.
Schlimmes Erwachen
der Kopf voller Bilder von Tod und Vernichtung
ein weinendes Kind.
Und dennoch:
erwacht!
Grund für Lob genug.
Einmal so erwachen
wie ER erwachte.
Dann nimmermehr
schlafen.
Den Abend schon loben können
bevor der Tag anbricht.
Einsam sein,
nicht verlassen.
Mit der Option
auf Rückkehr.
Und schließlich:
erlöst!
Dann nimmermehr beten.
sondern
Von Angesicht
zu Angesicht.
Bis dahin aber:
Ohren voller Geschrei
Herz voller Kümmernis
Denken leer.
Die Macht der Bilder.
Eia,
wär´n wir da.
Ich lobe
eisern.
Schlimmes Erwachen
der Kopf voller Bilder von Tod und Vernichtung
ein weinendes Kind.
Und dennoch:
erwacht!
Grund für Lob genug.
Einmal so erwachen
wie ER erwachte.
Dann nimmermehr
schlafen.
Den Abend schon loben können
bevor der Tag anbricht.
Einsam sein,
nicht verlassen.
Mit der Option
auf Rückkehr.
Und schließlich:
erlöst!
Dann nimmermehr beten.
sondern
Von Angesicht
zu Angesicht.
Bis dahin aber:
Ohren voller Geschrei
Herz voller Kümmernis
Denken leer.
Die Macht der Bilder.
Eia,
wär´n wir da.
Ich lobe
eisern.
Heiße Weihnacht
Weil wir hier Winter haben
fällt es uns leicht,
von Wärme zu reden
und vom strahlenden Licht.
Wie aber, wären wir
am anderen Ende der Erde?
Eine laue Sommernacht
Spekulatius am Pool?
Wir würden wohl
den Winter in uns
spüren müssen
und das Dunkel im Herzen.
Vielleicht käme uns
Weihnachten
in Australien
viel näher?