Dienstag, 8. August 2017

frühstück

der toaster scheppert,
es riecht brenzlig.
die butter, vom abendbrot vergessen,
glänzt lasziv wie ihre schwester nutella
in tiefen rot leuchtet die marmelade
der schinken duftet gegen sie an
die zeitung krakeelt
alles übertönt
der rettende Kaffee.
sag jetzt nichts!
ich lausche.
der tag wächst in mich hinein.

nachthymnus

kommt, preist mit mir die nacht
zwar ist sie botin des winters
am rande des sommers
und der kälte auch
und der erblindung
doch preist sie mit mir
ob der stille und dem alles begleichenden grau
preist sie für ihre kritik
an strahlendem prangen und dröhnen der sonne
die scheint launisch,
die nacht aber bringt ein verlässliches dunkel.
preist die nacht mit mir
sie pflegt unsere ängste
und schmeichelt damit unserer intelligenz
sie traut uns zu
mit uns selber zu leben.
preiset mit mir die nacht
sie entrollt den kosmischen Teppich
vor dem staunenden auge.

Montag, 7. August 2017

haut

fummelige kleider
und
enge unterwäsche 
und
kneifende socken
und
drückende kappen
und
rutschende hosen
und
sterbende, zu millionen sterbende,
nackt sterbende
denen die verbrannte haut zu eng wird
und das unscharfe auge bricht
und nichts das blut saugt
vom unbedeckten schädel
rede mir nicht
von der besten der welten.


Nachtschreck

im traum kann ich fliegen
ohne auf die fresse zu fallen.
im traum kann ich sterben
ohne tot zu sein.
aber leider kann ich nicht bloß träumen
aufzuwachen.

Sonntag, 6. August 2017

Schwermütiger Sonntagskaffee

kuchen ist brot
im anderen zustand
kein grund
dafür köpfe abzuschlagen.
kaffee ist tee
aus früchten
kein grund
türken zu ächten.
das sahnehäubchen jedoch
trägt den keim schändlicher gier.

Samstag, 5. August 2017

natur

die natur
ist immer noch das schlimmste
aller übel.
eine kalte, hartherzige mörderin
ungerecht und gnadenlos.
wo sie schön ist, herrscht  trug,
nichts als fallenstellerei.
evolution bedeutet:
was halbwegs geht, überlebt
nichts ist hier ferner als vernunft
und der geist ist
auch nur ein trick.
die traurige fratze
der schöpfung.
so weine ich
gottes tränen.

Freitag, 4. August 2017

haut und herz

es ist die haut
die sich sehnt
und das herz fragt