die alten gespenster sind abgeschafft.
kaputtgedacht leben sie nun im exil.
mit ihnen gingen
die alten nachtdunklen ängste
und was gegen sie half: der glaube.
nun kommen die finstren gespinster
aus dem inneren karzer.
sie sind die mörder der nacht.
gegen die ist der Rosenkranz machtlos,
gebete nähren sie bloß.
Freitag, 4. August 2017
Donnerstag, 3. August 2017
Fleischeslust
Unerachtet seiner dualistischen Herkunft mag ich das Wort "Fleischeslust". Denn zwischen Lesen und Sex gibt es doch einen deutlichen Unterschied in der, sagen wir mal, "haptischen" Qualität. Sex ist näher am Gehacktesbrötchen als an Kammermusik.
Und vor allem: Bisher ist mir noch kein veganer Ersatzbegriff eingefallen. Hier sind wir lustvolle Karnivoren (wenn nicht jemand auf dem zölibatären Trip ist und damit dann tatsächlich dualistisch. Zölibat ist nicht Diät. Zölibat ist Hungerstreik. Und darum ganz sicher nicht die Voraussetzung für ungetrübte "Geisteslust" [mal abgesehen von der Frage, ob es die überhaupt gibt.] Es ist wie Stuhlgang einhalten. Dazu weiß Freud ja einiges zu sagen.)
Und vor allem: Bisher ist mir noch kein veganer Ersatzbegriff eingefallen. Hier sind wir lustvolle Karnivoren (wenn nicht jemand auf dem zölibatären Trip ist und damit dann tatsächlich dualistisch. Zölibat ist nicht Diät. Zölibat ist Hungerstreik. Und darum ganz sicher nicht die Voraussetzung für ungetrübte "Geisteslust" [mal abgesehen von der Frage, ob es die überhaupt gibt.] Es ist wie Stuhlgang einhalten. Dazu weiß Freud ja einiges zu sagen.)
Sommermorgen V
im ultrahightechbett
natürlich ökologisch
liegen und schwitzen und frösteln zugleich
frische luft schmeckt wie gebraucht
das thermometer ist unentschlossen
roter oder grüner bereich
kein wohlig-träger august
mehr ein lähmender sohn des oktober
auf der Bank vor dem offenen Fenster
starrt die Katze
ratlos in den Regen.
natürlich ökologisch
liegen und schwitzen und frösteln zugleich
frische luft schmeckt wie gebraucht
das thermometer ist unentschlossen
roter oder grüner bereich
kein wohlig-träger august
mehr ein lähmender sohn des oktober
auf der Bank vor dem offenen Fenster
starrt die Katze
ratlos in den Regen.
Mittwoch, 2. August 2017
Sommermorgen IV
gedankentropfen platschen in ideenpfützen,
gemütswolken am schädelhimmel nebeln träge dahin.
schwüle luft dünstet bauchwärts,
kein lüftchen regt sich.
irgendwo lauert ein ausbruch.
keine sonne.
gemütswolken am schädelhimmel nebeln träge dahin.
schwüle luft dünstet bauchwärts,
kein lüftchen regt sich.
irgendwo lauert ein ausbruch.
keine sonne.
Dienstag, 1. August 2017
Sommermorgen II
die sonne zeigt guten willen.
der feuchte rasen dämpft
wie schnee.
und niemand zeigt peinliche gebeine.
der feuchte rasen dämpft
wie schnee.
und niemand zeigt peinliche gebeine.
Sommermorgen
der toast kokelt.
die butter glänzt gelblich.
der zu starke kaffee sendet signale der bitternis.
draußen strömt endloser regen.
die butter glänzt gelblich.
der zu starke kaffee sendet signale der bitternis.
draußen strömt endloser regen.