Samstag, 22. April 2017

Zwangspause

Nichtstun.
Tunichtsgut.
Schwergut.
Schlafen.
Auf die Verdauung lauschen.
Den Vögeln den Gesang neiden
und das Fliegen.
Für Gedichtelesen reichts noch.
Für mehr fehlen die Wörter
und nichts reimt sich mehr.
Warten darauf,
dass das Warten beginnt
auf das Ende des Wartens.
Ein gebrochenes Bein
wäre mir lieber.
Oder ein richtiger Schnupfen.
Dann sähe jeder mein Leid
vor allem ich selber,
so kann ich
noch nicht einmal glaubhaft
jammern und stöhnen.
Es geht mir im Grunde
zu gut,
bis ich zu Grunde gehe daran,
dass es mir gut geht.
Aber ein Gähnen
groß wie aus 
aus dem Abyss
erinnert mich. 
Nun aber harrt das Fleisch
der Wiederkunft des Geistes.
Fragt sich,
wer hier wessen Gefängnis ist. 
Mein Körper
mein Athos
aus Zellen
in denen die DNA
ihr endloses
Mantra des Lebens
betet. 

Freitag, 21. April 2017

Schlaftablette

Wie sie da so liegt
waagerecht
lächelt sie mich an.
Senkrecht
zeigt sie
ihr wahres Gesicht.

Montag, 17. April 2017

Ostermontag

Der Morgen danach in Jerusalem und anderswo. Ist auch ohne Aspirin noch alles wahr oder brauchen wir jetzt eine Kirche?

Sonntag, 16. April 2017

Grabes-Stille

Am Tag, als das erste Grab sich öffnete, kamen die Gräber zur Ruhe: Jetzt herrscht Grabes-Stille. Was bleibt, ist die endlose Klage, denn auch wenn der Tod besiegt sein mag, so bleibt doch das Sterben. Die Ewigkeit ist immer noch einen letzten Atemzug weit entfernt.

Ostern. Narben.

Die Wunden eines Anderen trösten nicht. Die Überwindung eines Anderen tröstet nicht.  Der Trost ist selbst eine überwundene Wunde: Glauben.

Samstag, 15. April 2017

Karsamstag

Im Grunde ist der Karsamstag die Existenzbeschreibung der Welt, wie sie sich selber wahrnimmt. Gott im Grab. Osten ist praefaktisch.

HInabgestiegen in das Reich des Todes

So dunkel.
Das hatte er anders erwartet.
Finstere, eisige Kälte und
Hölderlins klirrende Fahnen.
Es brennt
gar kein Feuer in der Hölle.

Er zündet ein Licht an.
Leere.
Ein Hohlraum.
Ein Echo.
Zu hören bloß das Wispern der Angst,
sie schwingt sich von Wand zu Wand
auf zum Haß.